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„Nur ansatzweise konkurrenzfähig“

Nahezu alle unter Form: ThSV II unterliegt den Routiniers des Sonneberger HV mit 25:33 (11:15) / Spielzeugstädter übernehmen die Tabellenführung

So leicht hatte sich der Sonneberger HV die Aufgabe in der Wartburgstadt nicht vorgestellt. „Wir waren an diesem Tag nur ansatzweise konkurrenzfähig“, räumte Michael Stegner-Guillaume, der Coach des ThSV Eisenach II, ein. Logische Folge, sein Team unterlag 25:33 (11:15). Doppelte Freude beim Sonneberger HV, der übernahm mit diesem Sieg auch die Tabellenführung in der Thüringenliga der Männer.

„Routine triumphierte über Jugend“, fasste Sonnebergs Spielertrainer Manuell Müller die 60 Minuten zusammen. Sein Team weist ein Durchschnittsalter von knapp 35 Jahren auf, das des TSV Eisenach II von 21 Jahren. Linksaußen Anatoli Bulov, mit 28 Jahren der Jüngste im Sonnebergrger Team, brillierte mit einer 100-Prozent-Wurfquote: 13 Versuche – 13 Treffer. „Wir agierten im Angriff clever, standen in der Deckung sicher“, resümierte Manuell Müller, der 42-Jährige, in ganz jungen Jahren mit dem HSV Suhl in der Handballbundesliga, der mit Kurzeinsätzen für Verschnaufpausen seines überschaubaren Kaders (8 Feldspieler plus zwei Torhüter) sorgte. In Andriy Dzhulay besaßen die Spielzeugstädter über die gesamte Distanz ein Plus auf der Torhüterposition. Der knapp 34-Jährige parierte, unterstützt durch seine Vorderleute, 18 Bälle. Auf die Hälfte kam das ThSV-Torhütertrio Andreas Fehr, Marius Nock und John Martin. Andreas Fehr begann stark, hielt sein Team im ersten Abschnitt lange im Rennen, wurde aber zunehmend von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Der in der zweiten Halbzeit eingewechselte Marius Noack fand nicht zu seiner Leistungsstärke der letzten Zeit. Er blieb wie nahezu alle im Team an diesem Tag weit unter seinen Möglichkeiten. „Eigentlich hatten wir vom ThSV Eisenach II schnelle Angriffe erwartet, doch wir markierten auf diese Weise viele Treffer, versetzten den Gastgebern die entscheidenden Nadelstiche“, konstatierte ein aufgekratzter Sonneberger Trainer. Die körperlich unterlegenen Eisenacher liefen sich immer wieder in der Deckung der Gäste fest. „Wir hätten die routinierte Sonneberger Abwehr in Bewegung bringen und in die Tiefe gehen müssen. Nur aus der Bewegung hätten wir Zweikämpfe gewinnen können. Doch letztendlich fehlte uns die hundertprozentige Bereitschaft. Wir waren an diesem Tag nur ansatzweise konkurrenzfähig“, erklärte ein enttäuschter ThSV-Coach Michael Stegner-Guillaume.

Ohne Tempo war den Sonneberger Oldies nicht beizukommen

Ohne einen echten Rückraum-Shooter hat es der ThSV Eisenach II in dieser Saison schwer. Das verletzungsbedingte Fehlen von Noah Streckhardt (Außenbandriss) erschwert zusätzlich. Um die Torgefahr etwas zu erhöhen, wurde am Sonntagnachmittag Hannes Meyer in den linken Rückraum beordert, an die Seite von Qendrim und Armend Alaj. Das zahlte sich zunächst aus. Doch die Gäste stellten sich rasch darauf ein. Renato Pauli wechselte von Rechtsaußen in den rechten Rückraum, traf per Doppelpack zum 6:5 (16.). Die letztmalige Führung des ThSV Eisenach II. Die Hausherren rieben sich in Zweikämpfen auf, liefen sich in der Abwehr fest. Personelle Wechsel fruchteten nicht. Die Sonneberger nutzten jeden Ballgewinn mit schnellem Umschaltspiel zu Treffern. Christian Bursuc dirigierte, Marius Bondar überzeugte mit gewohnter Torwurfeffizienz, netzte zum 8:9 ein (23.). Fortan gaben die Spielzeugstädter die Führung nicht mehr aus der Hand. Sie zogen vom 9:10 (25.) über ein 11:15 zur Habzeitpause davon.

„Ein 4-Tore-Rückstand, im modernen Handball schnell aufzuholen“, sinnierte Michael Stegner-Guillaume. Statt einer Aufholjagd ließen sich die Eisenacher mit Sonneberger Angriffsaktionen zur Linksaußenposition immer wieder düpieren. Die Anatol-Bulov-Show war eingeleitet. Vier Treffer in Folge des Sonneberger „Youngsters“, ein 11:19 leuchtete auf der Anzeigetafel (34.). Maximilian Manys übernahm bei ThSV Eisenach II die Rückraum-Mitte-Position, Hannes Meyer war wieder an den Kreis gerückt. Egal welche personelle oder taktische Veränderung die Eisenacher trafen, sie blieb erfolglos. Der ThSV Eisenach II hatte gehofft, den Routiniers aus Südthüringen geht die Luft aus, doch weit gefehlt! Die Gastgeber patzten selbst in Überzahl. Das Selbstvertrauen der Sonneberger stieg, das der Eisenacher schwand immer mehr. Auch eine zwischenzeitlich doppelte Manndeckung änderte nichts an der Dominanz der Gäste. Diese behaupteten souverän ihr 6-Tore-Polster. Auch, weil Eisenachs Abwehr teilweise Spalier stand. Oldie Oleg Kumogorodsky netzte zum 19:27 ein (47.). Längst waren alle Messen gelesen. „Ja, wir sind ein kleines Trüppchen, aber eines, das Spaß am gemeinsamen Handballspielen hat. Das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern“, lachte Manuell Müller auf dem Weg zu den zahlreich mitgereisten Fans. Es dürfte eine feucht fröhliche Heimfahrt geworden sein.

Samstag Derby gegen den SV Behringen/Sonneborn

Schnell wieder berappeln, ist beim ThSV Eisenach II angesagt. Am Samstag kommt der SV Town & Country Behringen/Sonneborn in die Werner-Aßmann-Halle (Anwurf um 15.00 Uhr).

Statistik

ThSV Eisenach II : Fehr, Noack, Martin; Brenner, Pauli (5), Meyer (3), Kemmler (1), Manys (4), Ukaj (1), Schunke, Hennig, A. Alaj (4), Bewie, Q. Alaj (7/5),

Sonneberger HV : Dzhulay, Ebert; Bursuc (1), Bondar (9/1), Kumogorodsky (6), Dietrich, Ignat (2), Pedan (2), Bulov (13)

Siebenmeter : ThSV II 5/5 – Sonneberg 1/1

Zeitstrafen:

ThSV II 7 x 2 Min. (Rot für A. Alaj n. 3.ZS, 54.)

Sonneberg 6 x 2 Min. (Rot für Pedan n. 3. ZS , 53.)

Schiedsrichter : Robin Arnold/ Johannes Kunze

Zuschauer : 167

Th. Levknecht